Ein Herzstück für die Wasserversorgung im Neckartal | Aktuelle Nachrichten und Informationen

Ein weiterer wichtiger Meilenstein für die künftige Trinkwasserversorgung im Neckartal ist erreicht: Am neuen Verbundhochbehälter auf dem Gertberg oberhalb von Neckargerach konnte der Wasserzweckverband Mittleres Neckartal Richtfest feiern. Mit einem Fassungsvermögen von insgesamt 1,3 Millionen Litern Wasser entsteht hier das künftige Herzstück der gemeinsamen Wasserversorgung für Neckargerach, Guttenbach und Zwingenberg. Die Rohbauarbeiten sind weitgehend abgeschlossen, nun rücken der technische Ausbau und die Wasseraufbereitung in den Mittelpunkt. Das über alle Bauabschnitte rund 15 Millionen Euro umfassende Infrastrukturprojekt soll die Trinkwasserversorgung für kommende Generationen sichern und zugleich grundlegend modernisieren.

Ein Herzstück für die Wasserversorgung im Neckartal

Ein bedeutender Schritt auf dem Weg zur Neuordnung der Trinkwasserversorgung im Neckartal ist geschafft: Kürzlich konnte der Wasserzweckverband Mittleres Neckartal das Richtfest für den neuen Verbundhochbehälter auf dem Gertberg oberhalb von Neckargerach feiern. Gemeinsam mit den beteiligten Handwerkern, Bauunternehmen, Planern und Vertretern der Verbandsgemeinden wurde damit ein weiterer wichtiger Meilenstein des umfangreichen Infrastrukturprojekts erreicht.

Ein Richtfest ist gewöhnlich ein Anlass, bei dem die Bauherrschaft stolz auf ein Gebäude blickt, das in den vergangenen Monaten ordentlich in die Höhe gewachsen ist. Beim neuen Verbundhochbehälter verhält es sich etwas anders: Ein Großteil des Bauwerks verschwindet im Erdreich und wird nach Abschluss der Arbeiten von außen kaum mehr zu erkennen sein. Darauf ging auch Bürgermeister Norman Link, Vorsitzender des Wasserzweckverbands Mittleres Neckartal, in seinem Grußwort ein. Gerade dies sei sinnbildlich für die Trinkwasserversorgung insgesamt: Die wichtigste Infrastruktur sei häufig diejenige, von der man im Alltag am wenigsten mitbekomme. Dass beim Öffnen des Wasserhahns jederzeit sauberes Trinkwasser in ausreichender Menge, mit dem richtigen Druck und in einwandfreier Qualität zur Verfügung steht, wird als selbstverständlich vorausgesetzt. Dahinter stehen jedoch aufwendige technische Anlagen, leistungsfähige Leitungsnetze und erhebliche Investitionen. Mit der umfassenden Neuordnung ihrer Wasserversorgung schaffen Neckargerach und Zwingenberg einschließlich des Ortsteils Guttenbach hierfür eine langfristig tragfähige Grundlage.

Bereits beim Spatenstich im Juli 2025 hatte Verbandsvorsitzender Link den neuen Hochbehälter als das künftige Herzstück der Wasserversorgung im Neckartal bezeichnet. Gut 15 Monate später ist dieses Herzstück bereits deutlich zu erkennen. Der neue Hochbehälter verfügt über zwei voneinander getrennte Wasserkammern mit jeweils 650 Kubikmetern Fassungsvermögen. Insgesamt können künftig somit 1.300 Kubikmeter beziehungsweise 1,3 Millionen Liter Trinkwasser gespeichert werden. Zum Vergleich: Der unmittelbar benachbarte, bislang genutzte Hochbehälter der Hochzone Neckargerach fasst lediglich 210 Kubikmeter. Gemeinsam mit dem Hochbehälter der Niederzone mit 160 Kubikmetern und dem bisherigen Hochbehälter in Zwingenberg mit 200 Kubikmetern stehen derzeit insgesamt 570 Kubikmeter Speichervolumen zur Verfügung. Die neue Anlage wird diese Kapazität somit mehr als verdoppeln. Der größere Wasservorrat trägt wesentlich zur Versorgungssicherheit bei. Auch die erhöhte Lage auf dem Gertberg bietet Vorteile: Das gespeicherte Wasser kann aufgrund des natürlichen Gefälles selbst bei einem Stromausfall weiterhin in das Versorgungsgebiet gelangen.

Während die beiden Wasserkammern baulich bereits weitgehend fertiggestellt sind und derzeit die Beschichtung der Innenflächen erfolgt, steht ein wesentlicher Teil der technischen Ausstattung noch bevor. Künftig wird im neuen Hochbehälter eine moderne Ultrafiltrationsanlage zum Einsatz kommen. Mit dieser Technik kann das Wasser besonders gründlich aufbereitet werden, sodass eine zusätzliche Chlorung im regulären Betrieb künftig nicht mehr erforderlich sein soll. Der Verbundhochbehälter übernimmt damit nicht nur die Funktion eines großen Wasserspeichers, sondern wird zugleich ein zentraler Bestandteil der Wasseraufbereitung und -verteilung.

Welche Größenordnung das Vorhaben inzwischen erreicht hat, verdeutlichte Ingenieur Florian Sylla vom Büro Fritz Planung, der beim Richtfest über den bisherigen Bauablauf und die weiteren Schritte informierte. Bereits seit rund acht Jahren laufen die Planungen für das Gesamtprojekt der Neuordnung der Wasserversorgung. Nach dem Spatenstich im Sommer 2025 wurde auf dem Gertberg in den vergangenen Monaten umfangreich gearbeitet. Rund 2.000 Kubikmeter Erdmaterial mussten bewegt und etwa 700 Kubikmeter Beton verbaut werden, um das neue Bauwerk zu errichten. Nach Fertigstellung wird ein großer Teil der Anlage wieder von Erdreich umgeben sein. Doch mit dem Hochbehälter allein ist es nicht getan. Ebenso bedeutend ist die Erneuerung und Neuverlegung der erforderlichen Wasserleitungen. Insgesamt umfasst das Projekt rund elf Kilometer Leitungen. Die Verbindungen von den Quellen zum neuen Hochbehälter sind bereits hergestellt. Weitere Arbeiten im Leitungsnetz sowie zwischen den einzelnen Ortslagen laufen parallel zum Bau des Hochbehälters.

Beim Richtfest stand neben den technischen Ausführungen vor allem der Dank an diejenigen im Mittelpunkt, die das Vorhaben bislang geplant, begleitet und mit großem Einsatz umgesetzt haben. Verbandsvorsitzender Norman Link würdigte insbesondere die Leistungen der Handwerker und Bauarbeiter, die in den vergangenen Monaten bei unterschiedlichsten Witterungsbedingungen und nicht zuletzt während der großen Sommerhitze auf der Baustelle tätig waren. Sein Dank galt ebenso den ausführenden Unternehmen, darunter die für den Erd- und Rohbau verantwortlichen Heizmann-Bauunternehmung, den Planungsbüros, Bauleitern sowie allen weiteren am Projekt Beteiligten.

Auch Vertreter des Zweckverbands Wasserversorgungsgruppe Mühlbach nahmen am Richtfest teil. Die Mühlbachgruppe hat im Sommer 2026 die Betriebsleitung der Wasserversorgung in Neckargerach und Zwingenberg übernommen und ist damit bereits heute eng in die weitere Entwicklung eingebunden. Perspektivisch ist vorgesehen, auch die Anlagen in deren Verantwortung zu überführen.

Den traditionellen Richtspruch sprach Jens Ihrig-Knapp von der Zimmerei Holzner. Mit guten Wünschen für die Zukunft des Bauwerks und einem gemeinsamen Anstoßen auf die bisher geleistete Arbeit fand der offizielle Teil des Richtfestes seinen Abschluss.